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Vacheron Constantin - Die komplizierteste Uhr der Welt

vor 22 Stunden
22 Min. Lesezeit

Vacheron Constantin präsentiert die komplexeste Uhr der Welt und übertrifft damit seinen eigenen bisherigen Rekord, den die Ref. 57260 hielt. Das neue Modell mit dem Namen Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication verfügt über 63 Komplikationen und 2.877 Teile. Eine der bemerkenswertesten Innovationen ist der chinesische ewige Kalender, der an den bekanntermaßen komplexen und unregelmäßigen lunisolaren Zyklus angepasst ist. Das Manufakturwerk, Kaliber 3752, ist mechanisch bis zum Jahr 2200 programmiert, ein eindrucksvolles Zeugnis uhrmacherischen Erfindungsgeistes. In 11 Jahren entwickelt, davon ein Jahr ausschließlich für die Montage, ist diese Uhr ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der zeitgenössischen Uhrmacherei. Das Design ist von der Ref. 57260 aus dem Jahr 2015 inspiriert, und die Uhr wurde im Auftrag eines Kunden geschaffen, der sie nach sich selbst benennen ließ.



I.- VACHERON CONSTANTIN AUF DEM GIPFEL DER UHRMACHERKUNST


Die komplizierteste Uhr aller Zeiten zu schaffen, ist eine Kunst, die Vacheron Constantin seit seinen Anfängen im Jahr 1755 pflegt. Mehr als zweieinhalb Jahrhunderte Geschichte haben den Charakter einer Maison geprägt, deren tiefere Motivation darin besteht, die Grenzen des Möglichen stets aufs Neue zu verschieben. Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication ist ein weiterer Ausdruck dieser Philosophie. Mit ihren 63 Komplikationen stellt diese Uhr eine technische Meisterleistung dar, die durch ihre schlichte, elegante Ästhetik und ihre makellosen Finissagen noch hervorgehoben wird. Die drei Uhrmachermeister hinter diesem uhrmacherischen Wunderwerk benötigten 11 Jahre Entwicklungszeit und enormes Talent, um es zu verwirklichen. Die Montage des Uhrwerks dauerte 12 Monate, von denen ein Großteil auf eine Probemontage entfiel - vor der dekorativen Veredelung der Bauteile -, um sein einwandfreies Funktionieren sicherzustellen.


Insgesamt 63 Uhrenkomplikationen - ein Novum

Das doppelseitige Kaliber 3752 besteht aus 2.877 Teilen, darunter 245 Rubine, 31 Zeiger und 9 Scheiben. Komplikationen aus dem gesamten Spektrum der Uhrmacherei wurden in diesem Kaliber in ihrer raffiniertesten Ausprägung vereint. Der Chronograph verfügt über eine Rattrapante-Funktion; die Mondphasen sind außerordentlich präzise und benötigen 1.027 Jahre lang keine Korrektur; der gregorianische ewige Kalender entspricht der Norm ISO 8601; der kleine Sekundenzeiger arbeitet retrograd und gleicht die für seinen Rücklauf benötigte Zeit aus; das Tourbillon besitzt drei Rotationsachsen; die Himmelskarte folgt dem Zyklus des Sterntages (23 Stunden, 56 Minuten und 4,09 Sekunden); und die Tag-/Nachtanzeige der zweiten Zeitzone wird mit einer azimutalen Polarprojektion dargestellt, die eine innovative geografische Perspektive bietet.


Die 63 Komplikationen dieser Uhr verteilen sich auf folgende Kategorien:

  • Zeitmessung und Zeitregulierung: 9 Komplikationen

  • Gregorianischer ewiger Kalender: 7 Komplikationen

  • Chinesischer ewiger Kalender: 11 Komplikationen

  • Chinesischer landwirtschaftlicher ewiger Kalender: 2 Komplikationen

  • Astronomische Anzeigen: 9 Komplikationen

  • Chronograph mit Rattrapante: 4 Komplikationen

  • Weckerfunktionen: 7 Komplikationen

  • Grande Sonnerie: 8 Komplikationen

  • Zusätzliche Funktionen: 6 Komplikationen




II. DER ERSTE CHINESISCHE EWIGE KALENDER


Mit dem Wechsel von Tag und Nacht, dem Kreislauf der Jahreszeiten und dem Zyklus von Sonne und Mond ist die ursprüngliche Vorstellung von Zeit seit den Anfängen der Menschheit verwurzelt. Doch erst mit dem Aufkommen der Schrift - im vierten Jahrtausend v. Chr. im Westen und im zweiten Jahrtausend v. Chr. in China - wurde der Begriff der Zeit vorhersehbar. Von da an dienten Berechnungen auf der Grundlage astronomischer Beobachtungen zur Erstellung von Kalendern. Die Menschen der Antike entwickelten verschiedene Kalendersysteme, die auf den Mondmonaten (islamischer Kalender), auf dem Sonnenjahr (gregorianischer Kalender) oder auf einer Kombination aus beiden beruhten, das heißt lunisolare Kalender mit Anpassungen, um beide Kriterien in Einklang zu bringen. Der chinesische Kalender gehört - wie der griechische, der hebräische und der keltische Kalender - zu dieser letzten Kategorie.


• Ein komplexes und unregelmäßiges System


Die Monate des chinesischen Kalenders sind Mondmonate und beginnen am Tag des Neumondes, berechnet auf dem 120. östlichen Längengrad (UTC +8h), der durch die Halbinsel Shandong und die Stadt Hangzhou verläuft. Um die mittlere Dauer einer Lunation (29,53 Tage) einzuhalten, umfassen sie unregelmäßig 29 oder 30 Tage. Insgesamt sind die 12 Mondmonate jedoch 11 Tage kürzer als ein Sonnenjahr (365,2422 Tage). Aus diesem Grund fügt der chinesische Kalender alle zwei oder drei Jahre einen dreizehnten Schalt- oder Embolismalmonat ein, was im Laufe des metonischen Zyklus siebenmal geschieht. Dieser Zyklus, dessen Name sich vom griechischen Astronomen Meton (5. Jahrhundert v. Chr.) ableitet, bezeichnet die 235 Lunationen, die in 19 tropischen Jahren (einem Zeitraum von 6.940 Tagen) stattfinden und an deren Ende die beiden Systeme (Mond und Sonne) perfekt synchronisiert sind. Je nach Lunationen kann das gewöhnliche chinesische Jahr 353, 354 oder 355 Tage und das Schaltjahr 383, 384 oder 385 Tage haben. Der andere zu berücksichtigende Faktor ist das chinesische Neujahrsfest, dessen Datum den Beginn des Mondjahres markiert, jedoch zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar schwankt. Das Sonnenjahr des chinesischen Kalenders ist ein echtes tropisches Jahr, das auf demselben Längengrad (dem 120. östlichen Längengrad) zwischen zwei Wintersonnenwenden berechnet wird. Es ist in 24 Abschnitte von je 15 Grad entlang der Bahn der Sonne auf der Ekliptik (der scheinbaren jährlichen Bahn der Sonne von der Erde aus gesehen) unterteilt. Jeder der abwechselnden Abschnitte, die jeweils als jie (Knoten: Glück, Freude) und qi (Lebensenergie) bezeichnet werden, dauert etwa 15 Tage, woraus sich eine mittlere Dauer ergibt, die recht regelmäßig dem gregorianischen Kalender entspricht, also einem Jahr von 365 oder 366 Tagen.


Ein weiteres Merkmal des chinesischen Kalenders besteht darin, dass die Zeiteinheiten durch die Verbindung zweier Zeichensätze nummeriert werden - 10 Himmelsstämme und 12 Erdzweige -, was insgesamt 60 mögliche Kombinationen ergibt. Dieser sogenannte Sexagesimalzyklus dient vor allem dazu, den Lauf der Jahre zu kennzeichnen, kann aber auch auf Monate, Tage oder Stunden angewendet werden. Die Stämme sind zudem mit den fünf Elementen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) und einer Polarität (Yin, dem weiblichen Prinzip, oder Yang, dem männlichen Prinzip) verbunden. Die Zweige werden ihrerseits durch die 12 Zeichen des chinesischen Tierkreises in folgender Reihenfolge dargestellt: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Bei jedem Schritt des Kalenders rücken Stamm und Zweig um jeweils eine Position vor, wodurch ein Zyklus von 60 Kombinationen entsteht, der dem kleinsten gemeinsamen Vielfachen von 10 Stämmen und 12 Zweigen bzw. Tierkreiszeichen entspricht.


Lunisolare Kalender beruhen auf Komplementarität. Das System erfordert die Kenntnis des Sonnenkalenders, um die Daten der Schaltmonde und den Beginn der Mondjahre festzulegen und so eine perfekte Synchronisation zu erreichen. Dies war das Ziel der Chinesen, die ihren Kalender ständig verfeinerten, um die Realität der astronomischen Phänomene so getreu wie möglich wiederzugeben. Die daraus resultierende Genauigkeit vervielfacht jedoch die Komplexität jedes Versuchs, ein System zu modellieren, das sich im Wesentlichen durch seine Unregelmäßigkeit auszeichnet. Zwar lässt sich die Berechnung des chinesischen Kalenders seit 1645 mithilfe analytischer Theorien programmieren, wie es Wissenschaftler getan haben, doch eine konkrete mechanische Umsetzung war eine unermessliche Herausforderung.



• Eine Weltpremiere


Die wichtigste Innovation der Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication ist ihr traditioneller chinesischer Kalender. Sie ist die erste Uhr, die ihn in Form eines ewigen Kalenders darstellt, mit all den Berechnungen, der Geduld und dem Erfindungsreichtum, die das Verständnis der chinesischen Kultur erfordert.


Konkret mussten die drei Uhrmacher den Kalender zunächst mithilfe von Algorithmen modellieren. Anschließend begannen sie, diese Algorithmen in einen bis zum Jahr 2200 programmierten Mechanismus zu übertragen, der den Unregelmäßigkeiten eines Kalenders folgen kann, dessen Mondjahre und -monate in unregelmäßiger Abfolge unterschiedlich lang sind und dessen erster Tag des Jahres variiert. Dazu entwarfen sie drei mechanische „Gehirne“, die die Nocken und Räder eines der beiden Zusatzmechanismen auf der Vorderseite des Werks steuern. Grob gesagt „treibt“ jedes dieser Gehirne eine der Komponenten des Kalenders an: den Mondzyklus, den Sonnenzyklus und den metonischen Zyklus. Letzterer, der 19-jährige Zyklus - bekannt als Zyklus der Goldenen Zahlen -, lässt sich auf dem Zähler bei 3 Uhr ablesen.


Über die Meisterleistung einer bis 2200 programmierten Uhr hinaus gingen die Uhrmacher von Vacheron Constantin so weit, das genaue - wenn auch per Definition veränderliche - Datum des chinesischen Neujahrsfests mittels einer Scheibe anzuzeigen. Dies ist für sich genommen eine weitere große Leistung, da dieses Schlüsseldatum im gesellschaftlichen Leben des Landes ständig zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar schwankt.


Die Vorderseite der Uhr ist im Wesentlichen den verschiedenen Anzeigen des traditionellen chinesischen Kalenders gewidmet. Zur Orientierung muss man zunächst feststellen, ob das laufende Jahr ein Gemein- oder Schaltjahr ist (Fenster bei 11 Uhr) und ob der Mondmonat kurz oder lang ist (Fenster bei 12 Uhr, auf der feststehenden Neujahrsscheibe). Dieser ewige Kalender mit Anzeigen in chinesischen Schriftzeichen umfasst eine Datumsanzeige per Zeiger auf einem Zähler bei 6 Uhr sowie Fensteranzeigen für den Tag bei 8 Uhr und den Monat bei 4 Uhr.


Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication bietet außerdem eine beispiellose Fülle an Informationen zum Sexagesimalzyklus, der den Grundpfeiler des chinesischen Kalenders und letztlich des gesamten chinesischen kosmologischen Modells bildet. Diese Leistung ist umso beeindruckender, als sich die angezeigten Informationen auf verschiedene Zeitskalen beziehen: die Stunde, den Tag und das Jahr. Die Uhrmacher von Vacheron Constantin haben für den Tag eine springende Anzeige der 10 Himmelsstämme mit ihrer Yin-Yang-Polarität und den zugehörigen Elementen integriert (Zähler bei 9 Uhr). Der Zähler bei 3 Uhr zeigt die 12 Erdzweige, die den Doppelstunden zugeordnet sind, wobei jeder Tag ab 11 Uhr in 12 Abschnitte von zwei Stunden unterteilt ist. In diesem Fall erfolgt die Anzeige kontinuierlich über 24 Stunden. Schließlich erscheint die Silhouette des chinesischen Tierkreiszeichens des laufenden Jahres in einem Fenster unterhalb der Mondphasen. Die auf der Neujahrsscheibe angedeutete Kombination aus Tier und Himmelsstamm bestimmt die Position im Sexagesimalzyklus.


Als wesentliche Ergänzung dieses chinesischen ewigen Kalenders erscheinen die Präzisionsmondphasen und das Mondalter auf dem Zähler bei 12 Uhr, der 1.027 volle Jahre lang keine Korrektur benötigt.


Das letzte Merkmal dieses chinesischen ewigen Kalenders ist die Anzeige der 24 Sonnenabschnitte des landwirtschaftlichen Jahres auf der Rückseite mittels eines Zentralzeigers sowie der Dauer der Monate, der Jahreszeiten, der Sonnenwenden und der Tagundnachtgleichen.




III. EINE ASTRONOMISCHE UHR UND SCHLAGWERKSUHR VON HÖCHSTER PRÄZISION


Die Uhrmachermeister von Vacheron Constantin scheuten keine Mühe, die gesamte Palette der edelsten Uhrenkomplikationen in diese Uhr zu integrieren, sowohl bei den astronomischen und Sonnerie-Funktionen als auch bei den funktionalen Komplikationen in den Bereichen Chronometrie, Wecker und Zeitzonen, stets mit dem Ziel, ein sehr hohes Maß an Präzision zu erreichen.


• Astronomische Anzeigen und gregorianischer Kalender


Als astronomische Uhr par excellence erkundet Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication auch die Eigenheiten des gregorianischen Kalenders. Dieser wurde als ewiger Kalender konzipiert, das heißt bis 2100, dem säkularen Nicht-Schaltjahr nach der vom Konzil von Trient 1582 geforderten Reform des julianischen Kalenders. Die von Papst Gregor XIII. umgesetzte Reform bestand darin, 10 Tage zu streichen, um die Übereinstimmung mit den Jahreszeiten wiederherzustellen. Um weitere Abweichungen des Kalenders zu vermeiden, wurde beschlossen, in vier Jahrhunderten drei Schaltjahre wegfallen zu lassen. Nur die durch 400 teilbaren Säkularjahre sollten weiterhin Schaltjahre sein.


Der gregorianische ewige Kalender wird auf dem zweiten Zifferblatt der Uhr angezeigt und ist in einen der beiden Zusatzmechanismen auf der Rückseite des Werks integriert. Die Anzeigen bestehen aus einem retrograden Datum bei 12 Uhr, ergänzt durch den Wochentag (Zähler bei 9 Uhr), den Monat (Zähler bei 3 Uhr) und den Schaltjahreszyklus (Fenster bei 1 Uhr). Der gregorianische Kalender diente auch als Grundlage für eine weitere Art von Anzeige: Seit 1988 legt die Norm ISO 8601 zur Vermeidung von Verwechslungen in der internationalen Kommunikation die numerischen Datumsformate für Jahre (4 Ziffern), Monate (1 bis 12), Wochen (1 bis 52) und Tage (1 bis 31 oder 1 bis 7) fest. Die Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication verfügt daher über die Kalenderwoche nach ISO 8601, angezeigt durch einen Zeiger (Zähler bei 3 Uhr), mit der Nummer des Tages in einem Fenster darüber.



Die astronomischen Bezüge der Uhr beschränken sich nicht auf die Kalender. Ebenfalls auf der Rückseite sichtbar, montiert auf dem zweiten Zusatzmechanismus dieser Werkseite, befindet sich eine Sternkarte mit den Sternbildern, wie sie in Echtzeit von Shanghai aus zu beobachten sind. Aus Gründen der Präzision vollführt diese Himmelsscheibe eine vollständige Umdrehung an einem Sterntag. Nimmt man einen Fixstern am Firmament als Bezugspunkt, benötigt die Erde für eine Drehung um 360 Grad, also einen Sterntag, genau 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden. Da sich die Erde um ihre eigene Achse und um die Sonne dreht, braucht sie etwa vier Minuten weniger als die Dauer eines mittleren bürgerlichen Tages, um in Bezug auf den betreffenden Stern an ihren Ausgangspunkt zurückzukehren. Diese Sternzeit - die gegen den Uhrzeigersinn auf der 15-Minuten-Skala des 24-Stunden-Kreises abgelesen werden kann - ist für die korrekte Einstellung der astrologischen Karte unerlässlich. Die Karte ist mit einer exzentrischen Ellipse markiert, die die genaue Position der Sternbilder auf der Nordhalbkugel zum Zeitpunkt des Ablesens angibt.


Die Zeitgleichung vervollständigt die astronomischen Anzeigen der Uhr. Da die Bahn der Erde um die Sonne nicht kreisförmig, sondern elliptisch ist und die Erdachse um 24 Grad gegenüber der Ebene ihrer Umlaufbahn geneigt ist, ist die Zeit zwischen zwei Zenitdurchgängen der Sonne nicht das ganze Jahr über gleich. Die Dauer des (wahren) Sonnentages und des (mittleren) bürgerlichen 24-Stunden-Tages weichen je nach Jahreszeit um -16 bis +14 Minuten voneinander ab und sind nur viermal im Jahr, zu den Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen, gleich null. Diese als Zeitgleichung - oder in der Sprache der Astronomie als Zeitkorrektur - bezeichnete Information wird über eine Nocke gewonnen, die die Anzeige dieser Zeitdifferenz steuert. Neben dem Wechsel der Jahreszeiten bestimmt dieser Umlauf der Erde um die Sonne auch die Dauer von Tag- und Nachtphasen. Zwei Zähler (bei 5 und 7 Uhr) zeigen die Zeiten von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sowie die Dauer von Tag und Nacht an, berechnet entsprechend der geografischen Lage von Shanghai.



• Grande Sonnerie und Wecker


Uhren mit Grande Sonnerie bilden aufgrund ihrer extremen Komplexität eine Klasse für sich unter den Musikuhren. Die Beherrschung dieser Uhren - die im Vorbeigehen die Stunden und Viertelstunden schlagen und im Modus Grande Sonnerie vor jeder Viertelstunde die Stunde wiederholen, im Modus Petite Sonnerie jedoch nicht - ist verständlicherweise nicht weit verbreitet, angesichts der strengen Anforderungen an die Konstruktion des in das Uhrwerk integrierten Schlagwerks. Diese Anforderungen reichen von den Sicherheitsvorrichtungen des Mechanismus bis zur Musikalität der Klangfolgen, nicht zu vergessen das Energiemanagement, bedenkt man die 912 Hammerschläge, die in 24 Stunden ausgeführt werden können. Die Welt der Sonnerie-Uhren gehört seit den Anfängen zum Know-how von Vacheron Constantin, wie ein auf 1806 datierter Auftrag in den Archiven der Maison belegt.


Die Uhrmacher von Vacheron Constantin wollten das Kaliber 3752 mit einem Grande-Sonnerie-Mechanismus mit Westminster-Glockenspiel ausstatten. Dieses Glockenspiel gibt die Melodie der Glocken von Big Ben – im Elizabeth Tower des Londoner Parlaments - in vier Takten zu je vier Noten in unterschiedlichen Frequenzen wieder, mit einer fünften Note für die Stunden. Insgesamt fünf Hämmer und fünf Tonfedern bilden dieses Glockenspiel, das jederzeit durch Betätigen des Minutenrepetitionsschiebers an der Gehäuseflanke bei 6 Uhr zu hören ist.


Im Modus „Schlag“ (angezeigt durch einen Zeiger bei 10 Uhr auf der Vorderseite) wird die Uhr bei jeder neuen Viertelstunde automatisch ausgelöst, wie eine Großuhr. Im Modus „Nacht“ ist der Wecker zwischen 22 und 8 Uhr deaktiviert, entsprechend der vom Kunden gewählten Zeitzone, um Energie zu sparen und nachts für Ruhe zu sorgen. Der letzte Modus, „Stille“ genannt, setzt die Schläge der Sonnerie vollständig aus. Ein zweiter, koaxial zum ersten angeordneter Wählschalter ermöglicht es, nach Wunsch vom Modus Grande Sonnerie in den Modus Petite Sonnerie zu wechseln. Dieses Schlagwerk verfügt über ein eigenes Federhaus mit einer Gangreserveanzeige bei 9 Uhr.


Das Schlagwerk der Uhr wird durch einen Wecker ergänzt. Dieser wird über einen Schieber am Gehäuse bei 1 Uhr aktiviert und über die Krone eingestellt. Die Weckzeit wird durch einen Stundenzeiger angezeigt, der koaxial zu dem Zeiger der Uhrzeit angeordnet ist (bei 12 Uhr auf der Vorderseite). Der Wecker verfügt über eine eigene Gangreserve mit einem separaten Federhaus, das über eine bewegliche, im Gehäuse bei 5 Uhr untergebrachte Krone aufgezogen wird - eine weitere technische Raffinesse der Uhr. Das Drehmoment des Weckers wird durch einen Zeiger auf demselben Zähler wie die Modusanzeige angezeigt (bei 1 Uhr auf der Vorderseite). In der Stellung „Normal“ ertönt der Wecker zunehmend auf einer eigenen Tonfeder mit anderem Klang, die von einem sechsten Hammer angeschlagen wird. In der Stellung Carillon löst der Wecker das Big-Ben-Geläut aus und schlägt im Modus Grande oder Petite Sonnerie. Aus Gründen der mechanischen Sicherheit sind sowohl die Grande Sonnerie als auch der Weckmechanismus mit einer Schlagsperre ausgestattet, die greift, wenn die Gangreserve der jeweiligen Federhäuser erschöpft ist.



• Dreiachsiger Tourbillon-Regulator


Diese Fülle astronomischer Komplikationen und Schlagwerke sollte nicht von der Hauptfunktion der Uhr ablenken, nämlich die Zeit anzuzeigen, genauer gesagt die Zeit in mehreren Zeitzonen anzuzeigen und sogar kurze Zeiten zu messen. Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication erfüllt all diese Funktionen mit Chronometerpräzision. Die Uhrmachermeister widmeten der Hemmung und dem Regulierorgan, die den Ablauf der Energiekette und damit die Präzision des Räderwerks steuern, besondere Aufmerksamkeit. So entwickelten sie einen dreiachsigen Armillar-Tourbillon-Regulator, der mit einer Frequenz von 2,5 Hertz (18.000 Halbschwingungen pro Stunde) arbeitet und mit einer sphärischen Spirale ausgestattet ist. Der Name „Armillar“ verweist auf das Werk von Antide Janvier (1751-1835), Astronom und durch Ernennung offizieller Uhrmacher König Ludwigs XVI., zu dessen größten Meisterwerken die Schaffung eines beweglichen Zifferblatts mit einem System armillarer Planetengetriebe gehörte.


Bei dieser Konstruktion nimmt die im Herzen des Tourbillons untergebrachte Hemmung alle möglichen Lagen ein und hebt so die Auswirkungen der Erdanziehung auf den Isochronismus des Uhrwerks auf - was bei einer in fester Lage getragenen Taschenuhr durchaus sinnvoll ist. Verstärkt wird dies durch eine sphärische Unruhspirale, deren Leistung der einer flachen Unruhspirale überlegen ist. Das Ergebnis ist ein außergewöhnliches mechanisches Ballett, das auf der Rückseite der Uhr sichtbar ist, mit einem Tourbillonkäfig, dessen ständig rotierende Elemente alle 15 Sekunden das Malteserkreuz-Emblem von Vacheron Constantin bilden. Das Ergebnis ist zudem ein sehr hohes Maß an Präzision beim Funktionieren der Komplikationen, angesichts der Komplexität des Kalibers 3752 eine Meisterleistung für sich.




• Präzisionsanzeigen und Rattrapante-Chronograph


Die Zeitanzeige ist als Regulator ausgeführt, mit Tag-/Nachtanzeigen (bei 1 Uhr auf der Vorderseite) und einer Gangreserve von 60 Stunden (bei 3 Uhr). Historisch wiesen die Präzisionsuhren, mit denen in den Uhrmacherwerkstätten die Zeit eingestellt wurde, diese Art der getrennten Zeitanzeige auf. Bei diesem Modell ist der Stundenzeiger (Zähler bei 12 Uhr auf der Vorderseite) vom zentralen Minutenzeiger und vom Sekundenzeiger (Zähler bei 6 Uhr) getrennt. Um diese Anzeige zu verbessern, entwarfen die Uhrmacher von Les Cabinotiers einen retrograden Sekundenzeiger. Da diese Uhr offensichtlich sehr hohen Präzisionsanforderungen unterliegt, versahen sie diesen retrograden Mechanismus zudem mit einer ausgeklügelten technischen Lösung: Zwei zusätzliche Nocken gleichen die Zeit aus, die der Sekundenzeiger für die Rückkehr in die Position „0“ benötigt.


Der Chronograph der Uhr, der auf eine Fünftelsekunde genau misst - entsprechend der Frequenz des Uhrwerks von 2,5 Hertz -, verfügt über eine Rattrapante-Sekundenfunktion. Diese Funktion ermöglicht das Messen von Zwischenzeiten durch Anhalten des Sekundenzeigers, der beim erneuten Start den ersten Zeiger - und damit die verstrichene Zeit - „einholt“ (daher der französische Name Rattrapante). Um ihn von der Uhr Referenz 57260 zu unterscheiden, die einen Chronographen mit zwei retrograden Sekundenzeigern besitzt, entschieden sich die Uhrmacher für eine „klassischere“ Konfiguration, bei der sich beide Zeiger in derselben Drehrichtung bewegen. Dieser Chronograph ist in den zweiten Zusatzmechanismus des Werks auf der Vorderseite integriert und wird von drei Schalträdern und einer horizontalen Kupplung über den in der Krone untergebrachten Drücker gesteuert. Der im Gehäuse versenkte Drücker bei 11 Uhr dient zum Zurückstellen des Rattrapante-Zeigers. Stunden und Minuten des Chronographen werden durch Zeiger auf den jeweiligen Zählern bei 3 Uhr (Stunden) und 9 Uhr (Minuten) angezeigt, in silberner Farbcodierung. Auf der Vorderseite erscheinen die Zeitanzeigen in Blau, während sich die Anzeigen des chinesischen Kalenders und die verschiedenen Schlagwerksfunktionen durch Goldtöne abheben.




• Zweite Zeitzone und Weltzeit


Astronomisch, aber auch ideal für Reisen: Die Uhr zeigt die Weltzeit an, eine auf der Rückseite sichtbare Funktion. Über ein Fenster bei 10 Uhr kann der Benutzer eine von 24 Städten auswählen, die den 24 Zeitzonen entsprechen, in die die Erde seit der Internationalen Meridiankonferenz 1884 in Washington eingeteilt ist. Das Städtesymbol erscheint mit der Zeitverschiebung gegenüber der Greenwich Mean Time, zum Beispiel N.Y. GMT -5. Darunter zeigt der Zähler bei 9 Uhr die Stunden und Minuten einer zweiten Zeitzone im 12-Stunden-Format an, mit der entsprechenden Tag-/Nachtanzeige bei 11 Uhr. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die drehbare Scheibe zur Unterscheidung von Tag und Nacht mit einer azimutalen Polarprojektion der Nordhalbkugel graviert ist. So lässt sich von einem geografischen Punkt dieser zweiten Zeitzone aus die globale Sonneneinstrahlung der Erde ablesen.



• Von Hand ausgeführte Finissagen und Dekorationen


Auch wenn sich die Entwicklungszeit der Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication aufgrund ihrer enormen Komplexität in Jahren bemaß, darf man die Zeit nicht übersehen, die in diesem Zeitraum für die Dekoration und Veredelung der 2.877 Bauteile aufgewendet wurde, einschließlich der für das Auge unsichtbaren Winkel des Mechanismus, ganz zu schweigen von der Dekoration des Gehäuses.


Das elegante Gehäuse aus 18 Karat Weißgold weist auf beiden Seiten polierte Facetten auf. Die Remontoir-Krone wird durch eine Öffnung im Gehäuse ergänzt, die durch ein Saphirglas geschützt ist und beim Aufziehen oder Einstellen der Uhr die Position der Krone erkennen lässt. Auf der Vorderseite besteht das Zifferblatt aus vier Hilfszifferblättern mit unterschiedlichen Oberflächen: silberfarben opalisiert beim Hauptzifferblatt und mit Sonnenschliff bei den Nebenzifferblättern. Das Zifferblatt auf der Rückseite der Uhr weist denselben opalisierten Ton auf.


Ebenso akribisch wurde die Veredelung des Uhrwerks ausgeführt, dessen vergoldete Farbe auf einem matten, mit Côtes de Genève verzierten Untergrund eine Herausforderung für sich darstellt, da der kleinste Fehler bei der Handhabung der dekorierten Bauteile unauslöschliche Spuren hinterlässt. Aus diesem Grund mussten die für die Montage der Uhr verantwortlichen Uhrmachermeister - die auch den Großteil der Dekoration ausführten - äußerst sorgfältig vorgehen. Das Ergebnis ist eine Uhr, deren Eleganz und Gesamtharmonie durch ihre majestätische Komplexität nur noch verstärkt werden.



IV. EIN MENSCHLICHES EPOS


Mit 63 Uhrenkomplikationen übertrifft Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication - eine mit dem Genfer Siegel ausgezeichnete Uhr - den Rekord, den die Maison bereits mit der Uhr Referenz 57260 hielt. Diese beiden Uhren verbindet ein außergewöhnliches menschliches Epos, an dem ein für die großen Errungenschaften der traditionellen Uhrmacherei begeisterter Sammler und drei Uhrmachermeister der Abteilung Les Cabinotiers von Vacheron Constantin beteiligt sind.


- Die Geduld und das Vertrauen eines leidenschaftlichen Liebhabers


Die Uhr Referenz 57260 und Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication nahmen zunächst im Geist des Kunden selbst Gestalt an, eines amerikanischen Unternehmers und Philanthropen, der eine renommierte Sammlung von Taschenuhren besitzt, die er in den vergangenen 50 Jahren geduldig zusammengetragen hat. Als anspruchsvoller Kenner liebt er Herausforderungen, und die erste, die er der Maison stellte, bestand darin, die komplizierteste je gebaute Uhr mit einem hebräischen ewigen Kalender zu schaffen. Dies ist die Art von Herausforderung, die Vacheron Constantin sehr ernst nimmt und der es einige der gelungensten Grand Complication-Uhren in der Geschichte der Uhrmacherei verdankt. Für die drei Uhrmachermeister der Abteilung Les Cabinotiers der Maison, die für das Projekt verantwortlich waren, stellte dieser Auftrag den Höhepunkt ihrer Laufbahn dar, aber auch einen Weg voller Hindernisse. Nicht weniger als acht Jahre waren nötig, um die 2015 vorgestellte Referenz 57260 zu verwirklichen.


Verbunden durch die Komplexität und durch ein Verhältnis gegenseitigen Vertrauens fanden der Kunde und die drei Uhrmacher, die den Auftrag für diese Uhr übernahmen, eine gemeinsame Basis, auf der die Geduld des Ersteren gedeihen konnte, unterstützt vom Erfindungsreichtum dieser Spezialisten. Gestärkt durch das Vertrauen des Kunden in die Expertise der Uhrmacher von Vacheron Constantin führte diese Geistesverwandtschaft zu einer Fortsetzung: Noch bevor die Uhr Referenz 57260 fertiggestellt war, wurde ihr Zwilling in Auftrag gegeben. Diesmal sollte anstelle des hebräischen Kalenders ein chinesischer ewiger Kalender integriert werden. „Das Ergebnis ist ein wahres Meisterwerk der Uhrmacherkunst und die komplizierteste Uhr der Welt“, sagte Herr Berkley. „Es ist unwahrscheinlich, dass irgendein anderer Uhrmacher bereit gewesen wäre, eine solch herkulische Herausforderung anzunehmen.“


• Besser machen als möglich


Der Kenner, der diese Uhr in Auftrag gab, ist eindeutig einer jener leidenschaftlichen Kunden wie Henry Graves Jr. oder James W. Packard, die davon träumen, die Grenzen des Möglichen zu verschieben. Als Liebhaber von Herausforderungen geben sie einem Uhrenhaus wie Vacheron Constantin die Gelegenheit, voranzukommen, sich zu hinterfragen und sich weiterzuentwickeln. Mit dieser Uhr, deren Name keinen Zweifel lässt, erweist Vacheron Constantin diesem großen Sammler eine lebendige Hommage, der auch die Vacheron-Constantin-Taschenuhr besitzt, die 1946 König Faruk I. von Ägypten überreicht wurde.


Mit Geduld und Beharrlichkeit, im Einklang mit der beständigen Mission der Maison, es stets besser zu machen als möglich, setzten dieselben drei Uhrmacher der Abteilung Les Cabinotiers das Abenteuer an der Seite des Kunden fort, der dieses Exemplar in Auftrag gab, und begaben sich auf ein neues, 11 Jahre währendes Epos. Statt sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, überdachten sie unablässig die Funktionen und Systeme des Uhrwerks von 2015, um es zu verbessern, zu optimieren oder andere Anzeigen vorzuschlagen. Das Ergebnis ist das Kaliber 3752, ein zweiseitiges mechanisches Wunderwerk aus 2.877 Teilen.


Diese Optimierung bedeutete auch Innovation, denn bis dahin hatte niemand eine Lösung gefunden, um die Komplexität und Unregelmäßigkeit des chinesischen Kalenders in Nocken und Räder zu übertragen, die eine ewige uhrmacherische Konfiguration bilden. Die drei Uhrmachermeister von Vacheron Constantin nahmen diese „Herkulesaufgabe“ an und setzten damit die Tradition der Exklusivität und des Fachwissens der Maison im Dienste höchster uhrmacherischer Ansprüche fort.





Christian Selmoni
Christian Selmoni


V. - Interview mit Christian Selmoni, Style & Heritage Director


Wie ist Ihr Gesamteindruck von dieser Uhr?


Ich hege grenzenlose Bewunderung für die Komplexität dieser Uhr, für ihre Finissage und für ihre Präzision angesichts der 63 Komplikationen. Sie ist das perfekte Beispiel für Hyper-Horologie, die Frucht jahrelanger Anstrengung und Erfindungsgabe. Nach der Uhr Referenz 57260 hätte man meinen können, das „letzte Wort“ auf diesem Gebiet sei gesprochen. Wie wir sehen, lassen sich die Anforderungen noch ein wenig weiter treiben, indem man erreicht, was noch niemandem gelungen ist - in diesem Fall ein authentischer chinesischer ewiger Kalender, der bis 2200 keinerlei Korrektur benötigt.


Können Sie uns mehr über diesen Kalender erzählen?


Den drei Uhrmachermeistern unserer Abteilung Les Cabinotiers, die 11 Jahre an dieser Uhr gearbeitet haben, ist es gelungen, diesen äußerst komplexen Kalender zu modellieren. Das heißt, ihn in Algorithmen zu übersetzen und zu übertragen, die anschließend mechanisch umgesetzt werden können. Genauer gesagt wird der Kalender in drei Mechanismen übertragen - die unsere Uhrmacher gerne „Gehirne“ nennen -, die seine verschiedenen Variablen steuern: seinen 19-jährigen metonischen Zyklus, die Neujahrsdaten; seinen Sexagesimalzyklus mit 60 Kombinationen; und schließlich seinen landwirtschaftlichen Sonnenzyklus von einem tropischen Jahr. Die Kombination dieser Elemente ergibt einen chinesischen ewigen Kalender, dessen Schwierigkeit nicht nur in seiner Unregelmäßigkeit liegt, sondern auch darin, dass er aus diesen verschiedenen Zyklen besteht. Eine wahre Innovationsleistung.


Welche technischen Lösungen verdienen besondere Erwähnung?


Der retrograde Sekundenzeiger in Regulatorbauweise ist eine davon. Obwohl ein retrograder Sekundenzeiger schon bei einer Armband- oder Taschenuhr ungewöhnlich ist, wollten die Uhrmacher von Les Cabinotiers ihn so präzise wie möglich gestalten. Dazu musste die Zeit ausgeglichen werden, die der Sekundenzeiger für die Rückkehr in seine Ausgangsposition benötigt. Dies gelang ihnen durch zwei zusätzliche Nocken im Mechanismus. Die „Nacht“-Funktion der Grande Sonnerie ist eine weitere. Dieser Modus setzt den Schlag nachts während eines vom Kunden gewählten Zeitraums aus - eine innovative Funktion. Unter den vielen weiteren technischen Fortschritten verdient das dreiachsige Armillar-Tourbillon besondere Erwähnung. Obwohl es bereits in der Uhr Referenz 57260 vorhanden war, stellt es eine mechanische Meisterleistung dar und ist bei einer Taschenuhr, die per Definition in einer einzigen Lage getragen wird, absolut sinnvoll.


Sie haben die Finissage des Kalibers erwähnt. Können Sie das erläutern?


Die Handveredelung der Werkbauteile ist eines der Markenzeichen der Haute Horlogerie und insbesondere von Vacheron Constantin, mit Techniken, die an jede Art von Oberfläche angepasst sind: Anglieren, Ziehen, Perlage oder Kreisschliff, gerader Schliff usw. Wenn diese Arbeiten schon bei einem einfachen Uhrwerk mit rund 150 Bauteilen eine Meisterleistung sind, stellen Sie sich vor, was sie bei 2.877 Bauteilen bedeuten! Zudem bleibt diese Arbeit völlig unbemerkt, da diese doppelseitige Uhr außer der Tourbillonöffnung keine Öffnungen zum Uhrwerk hat. Erst wenn man die Uhr öffnet, wird einem das Ausmaß der Aufgabe bewusst. Darüber hinaus haben es sich die drei Uhrmacher, die an dieser Uhr gearbeitet und den Großteil der Dekoration ausgeführt haben, nicht leicht gemacht. Das Kaliber hat nämlich eine sandgestrahlte Oberfläche, die keine Fehler verzeiht, da jeder Ausrutscher bei der Handhabung unauslöschliche Spuren hinterlässt. Es ist daher leicht zu verstehen, warum die Montage der Uhr ein ganzes Jahr dauerte.


Sie sprachen auch von Präzision?


Diese Uhr gilt keineswegs als Chronometer, da sie nicht von der offiziellen Schweizer Chronometerprüfstelle (COSC) geprüft wurde. Interne Tests haben jedoch gezeigt, dass Les Cabinotiers - The Berkley Grand Complication die Präzisionskriterien der COSC, deren tolerierte mittlere Abweichung -4 bis +6 Sekunden pro Tag beträgt, voll erfüllt. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass diese Uhr mit dem Genfer Siegel ausgezeichnet ist, einer Garantie für Herkunft, Handwerkskunst, Zuverlässigkeit, Fachwissen und Präzision. Die Kriterien des Siegels schreiben vor, dass der Gang der Uhr in sieben Tagen um nicht mehr als eine Minute abweichen darf, und diese Uhr liegt deutlich unter dieser Marke - angesichts der Zahl der Komplikationen eine bemerkenswerte Leistung.



VI.- DER CHINESISCHE KALENDER VON SEINEN ANFÄNGEN BIS HEUTE


• Ein altehrwürdiges Datierungssystem


Der Legende nach reicht die chinesische Astronomie bis ins 61. Regierungsjahr des Gelben Kaisers (Huangdi) zurück, also ins Jahr 2637 v. Chr. Dieser legendäre Herrscher soll den chinesischen Kalender erfunden haben, der seither ein Attribut der Souveränität der Kaiser ist. Die Kaiser leiteten ihre Herrschaft mit einem neuen Kalender ein, der sich oft vom vorherigen unterschied. Aus praktischen Gründen mussten die Historiker eine Chronologie mit einem einzigen Ausgangspunkt entwickeln, der auf die Herrschaft Huangdis zurückgeht.


Die letzte Änderung des traditionellen chinesischen Kalenders, wie wir ihn heute kennen, geht auf die Arbeiten des Jesuiten Adam Schall von Bell zurück, Astronom am Kaiserhof in Peking. Im Jahr 1645 bezog er seine neuesten Beobachtungen - die wahre Sonnenzeit - in die Kombination eines Sonnenkalenders (landwirtschaftlich) und eines Mondkalenders (bürgerlich) ein, die das chinesische System bildeten. Obwohl China 1912 den gregorianischen Kalender und 1929 die allgemeine Zeitrechnung übernahm, bleibt der traditionelle Kalender die maßgebliche Referenz für die im ganzen Land gefeierten Feste.


• Grundsätze des chinesischen Lunisolarkalenders


- Die 12 Monate sind Mondmonate. Sie beginnen am Tag des Neumondes und haben 29 oder 30 Tage, um die mittlere Dauer einer Lunation von 29,53 Tagen einzuhalten.


- Die 11 Tage, die zum Sonnenjahr fehlen, werden alle 2 bis 3 Jahre durch einen dreizehnten Schalt- oder Embolismalmonat ausgeglichen, also siebenmal in einem 19-jährigen Zyklus.


- Die solaren „Abschnitte“ des Jahres entsprechen 24 Unterteilungen von je 15 Grad entlang der Bahn der Sonne auf der Ekliptik. Jeder Abschnitt dauert etwa 15 Tage, was eine mittlere Dauer entsprechend dem gregorianischen Kalender ergibt.


- Das Sonnenjahr beginnt mit der Wintersonnenwende und hat 365 oder 366 Tage. Das Mondjahr beginnt mit dem chinesischen Neujahrsfest zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Je nach Lunation hat es in Gemeinjahren 353, 354 oder 355 Tage und in Schaltjahren 383, 384 oder 385 Tage.


- Der chinesische Lunisolarkalender folgt einem Sexagesimalzyklus von 60 Jahren, der aus aufeinanderfolgenden Kombinationen von 10 Himmelsstämmen, die den fünf Elementen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) zugeordnet sind, und 12 Erdzweigen besteht, die jeweils einem Tier zugeordnet sind: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein.


Adam Schall von Bell, Astronom am Kaiserhof in Peking

VII.- VACHERON CONSTANTIN, MEISTER DER GROSSEN KOMPLIKATIONEN


Bei Vacheron Constantin hat die Herstellung komplizierter Uhren für namhafte Kunden eine lange Tradition.


Drei der außergewöhnlichsten Uhren ihrer Zeit wurden zu geschätzten Besitztümern zweier ägyptischer Könige - Fuad I. und seines Sohnes Faruk - sowie des Grafen Guy de Boisrouvray.


Eine vierte, ebenso bemerkenswerte Uhr wurde nach den Vorgaben des großen Sammlers James Ward Packard gefertigt.





- James Ward Packard (1918)



Diese Taschenuhr mit Schlagwerk aus 20-karätigem Gold war ein Meilenstein in der Geschichte der Haute Horlogerie. Sie verfügt über eine Viertel- und Achtelrepetition mit Grande und Petite Sonnerie sowie über einen Chronographen mit einem einzigen Zähler. Der Gründer der Packard Motor Company, James Ward Packard, gab sie in Auftrag und erwarb sie 1918.






- König Fuad I. von Ägypten (1929)


Diese große Taschenuhr mit zahlreichen Komplikationen aus 18 Karat Gelbgold mit Emaille ist eine Schlagwerksuhr mit Grande und Petite Sonnerie, ausgestattet mit drei Tonfedern und drei Hämmern sowie einem Rattrapante-Chronographen mit 30-Minuten-Zähler, einem ewigen Kalender und einer Anzeige von Mondphasen und Mondalter. Die Uhr wurde 1929 Seiner Majestät König Fuad I. von Ägypten von der in Ägypten lebenden Schweizer Gemeinschaft geschenkt.





- König Faruk I. von Ägypten (1946)


Diese große, komplizierte Taschenuhr aus 18 K Gelbgold ist ein beeindruckendes Modell. Sie besitzt eine Minutenrepetition mit Grande und Petite Sonnerie, ist mit drei Tonfedern und drei Hämmern ausgestattet sowie mit einem Rattrapante-Chronographen mit 30-Minuten-Zähler, einem ewigen Kalender, einer Anzeige von Mondphasen und Mondalter, einem Wecker und zwei Gangreserveanzeigen. Sie wurde König Faruk I. von Ägypten 1946 von den Schweizer Behörden überreicht und übertrifft ihre Vorgängerin an Komplexität.






- Graf Guy de Boisrouvray (1948)


Diese Taschenuhr mit ihrem großen Savonnette-Gehäuse aus 18 Karat Gold verfügt über eine Minutenrepetition mit drei Hämmern, die drei Tonfedern anschlagen, einen ewigen Kalender mit Schaltjahr- und Mondphasenanzeige, einen Rattrapante-Chronographen mit einem Zähler und einen Wecker. 1948 an Graf Guy de Boisrouvray verkauft.





- Referenz 57260 - (2015)



Die Uhr Referenz 57260 ist ein Meisterwerk der Uhrmacherkunst, das bis dahin unvorstellbare technische Komplikationen vereint. Acht Jahre Entwicklungszeit wurden in die Schaffung dieser Uhr investiert. Die Uhr ist eine völlig eigenständige Kreation mit insgesamt 57 Komplikationen, darunter mehrere Weltneuheiten wie der erste hebräische ewige Kalender.




VIII - Liste der Komplikationen


Zeitmessung (9)


1. Stunden, Minuten und Sekunden in Regulatorbauweise für die mittlere Sonnenzeit

2. Retrograde Sekunde für die mittlere Sonnenzeit

3. Tag-/Nachtanzeige für die Referenzstadt

4. Tourbillon-Regulator mit sichtbarem Armillar-Zifferblatt und sphärischer Spirale

5. Tourbillon mit Armillar-Zifferblatt

6. Weltzeitanzeige für 24 Städte

7. Stunden und Minuten der zweiten Zeitzone (auf der 12-Stunden-Anzeige)

8. Tag-/Nachtanzeige der zweiten Zeitzone

9. Anzeigesystem der zweiten Zeitzone für die Nord- oder Südhalbkugel


Gregorianischer ewiger Kalender (7)


10. Gregorianischer ewiger Kalender

11. Wochentage (gregorianisch)

12. Gregorianische Monate

13. Gregorianisches retrogrades Datum

14. Anzeige des Schaltjahres und des Vierjahreszyklus

15. Nummer des Wochentags (Kalender nach ISO 8601)

16. Anzeige der Kalenderwoche im Jahr (Kalender nach ISO 8601)


Chinesischer ewiger Kalender (11)


17. Chinesischer ewiger Kalender

18. Chinesische Tagesnummer

19. Name des chinesischen Monats

20. Chinesische Datumsanzeige

21. Chinesische Tierkreiszeichen

22. 5 Elemente und 10 Himmelsstämme

23. 6 Energien und 12 Erdzweige

24. Art des chinesischen Jahres (Gemein- oder Schaltjahr)

25. Art des Monats (kurz oder lang)

26. Anzeige der Goldenen Zahl im 19-jährigen metonischen Zyklus

27. Anzeige des Datums des chinesischen Neujahrsfests im gregorianischen Kalender


Chinesischer landwirtschaftlicher ewiger Kalender (2)


28. Chinesischer landwirtschaftlicher ewiger Kalender

29. Anzeige der Jahreszeiten, Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden mit dem Sonnenzeiger


Astronomische Anzeigen (9)


30. Astrologische Karte (kalibriert für Shanghai)

31. Sternzeit-Stunde

32. Minuten der Sternzeit

33. Zeit des Sonnenaufgangs (kalibriert für Shanghai)

34. Zeit des Sonnenuntergangs (kalibriert für Shanghai)

35. Zeitgleichung

36. Tageslänge (kalibriert für Shanghai)

37. Nachtlänge (kalibriert für Shanghai)

38. Mondphasen und Mondalter, mit einer Korrektur alle 1.027 Jahre


Chronograph mit Rattrapante (4)


39. Fünftelsekunden-Chronograph (1 Schaltrad)

40. Fünftelsekunden-Rattrapante-Chronograph (1 Schaltrad)

41. 12-Stunden-Zähler (1 Schaltrad)

42. 60-Minuten-Zähler


Wecker (7)


43. Progressiver Wecker mit einer einzigen Tonfeder und einem Hammer

44. Anzeige Schlag/Stille des Weckers

45. Anzeige der Schlagwahl Normal/Carillon des Weckers

46. Weckmechanismus gekoppelt mit dem Schlagwerk des Glockenspiels

47. Weckerschlag wahlweise als Grande oder Petite Sonnerie

48. Gangreserveanzeige des Weckers

49. Abkopplungssystem des Weckerfederhauses bei vollständigem Aufzug


Westminster-Glockenspiel (8)


50. Westminster-Glockenspiel mit 5 Tonfedern und 5 Hämmern

51. Glockenspiel mit Grande Sonnerie zum Schlagen der Stunden

52. Glockenspiel mit Petite Sonnerie zum Schlagen der Stunden

53. Minutenrepetition

54. Nachtruhefunktion (zwischen 22:00 und 08:00 Uhr - vom Kunden gewählte Zeit)

55. Abkopplungssystem des Glockenspielfederhauses bei vollständigem Aufzug

56. Modusanzeige Grande oder Petite Sonnerie

57. Modusanzeige Stille / Glockenspiel / Nacht


Zusätzliche Funktionen (6)


58. Gangreserveanzeige des Gehwerks

59. Gangreserveanzeige des Glockenspielmechanismus

60. Positionsanzeige der Aufzugskrone

61. Aufzugssystem mit zwei Federhäusern

62. Zeigerstellsystem mit zwei Positionen und in beide Richtungen

63. Verborgene, versenkte Aufzugskrone für den Weckmechanismus



Technische Daten


Modell


LES CABINOTIERS THE BERKLEY GRAND COMPLICATION


Referenz


9901C/000G-B472


Uhrwerk


Kaliber: 3752

Durchmesser: 72 mm

Höhe: 36 mm

Gangreserve: 60 Stunden

Frequenz: 2,5 Hz / 18.000 A/h

Anzahl der Teile: 2.877

Rubine: 245


Gehäuse


Material: 18 Karat Weißgold

Durchmesser: 98 mm

Höhe: 50,55 mm

Gesamtgewicht: 980 g


Zifferblatt/Zeiger


Zifferblatt: Metall, opalisiert, versilbert

Anzahl der Zeiger: 19 vorne / 12 hinten


Weitere Informationen auf der offiziellen Website von Vacheron Constantin.

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