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Rolex Submariner für die südafrikanischen Spezialeinheiten

vor 20 Stunden
6 Min. Lesezeit

*Dies ist eine autorisierte Übersetzung des IPR eines Artikels von Jose Pereztroika vom 7. Mai 2023: zum Original, mit dem Titel: „‘THE SHADOW’ – A UNIQUE FACTORY BLACKED-OUT ROLEX SUBMARINER 5513 ‘MILSUB’“


Manche Uhren sind so legendär, dass die Menschen, die sie in natura gesehen haben, ihr Leben lang nicht mehr von ihnen loskommen. Man liest darüber in Uhrenforen der alten Schule, in denen Uhrenliebhaber, die die Geschichten gehört haben, schüchtern fragen, ob es sie wirklich gibt. Uhren, die im Alleingang für ein ganz neues Genre der Uhrenindividualisierung verantwortlich sind. Ich spreche natürlich von der berühmten teflonbeschichteten südafrikanischen Milsub. Mit dem Spitznamen „The Shadow“ (Der Schatten) ist sie die einzige bekannte Rolex mit werkseitigem schwarzem Finish, und zufällig ist sie eine Submariner Ref. 5513, die Mitte der 1970er-Jahre für die südafrikanischen Spezialeinheiten gefertigt wurde. Als der verdammte Glückspilz, der ich bin, hatte ich die einmalige Gelegenheit, etwas Zeit mit diesem metallgewordenen Traum zu verbringen.

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GEFERTIGT FÜR DIE SÜDAFRIKANISCHEN SPEZIALEINHEITEN


„The Shadow“ wurde Anfang 2001 von dem legendären Uhrenhändler der alten Schule Tom Bolt, alias The Watchguru (IG: @watchguru_), entdeckt. Angesichts dieses unglaublichen, außergewöhnlichen Stücks wandte sich Bolt sofort an die Heritage-Abteilung von Rolex (damals Rolex Patrimoine), um seine Existenz überprüfen zu lassen. Damals erteilte Rolex auf besondere Anfrage noch Archivauskünfte. Rolex antwortete per Fax:

„Die Gehäusenummer gehört zu einer Rolex Oyster Perpetual Submariner, Ref. 5513, hergestellt 1975. Die betreffende Uhr war für die südafrikanische Armee bestimmt, und das Besondere an diesem Modell war, dass es vollständig schwarz war. Wie viele Uhren geliefert wurden, können wir nicht mitteilen, da diese Information vertraulich ist.“

Blickt man auf die Geschichte Südafrikas, war 1975 ein entscheidendes Jahr. Angola war gerade von Portugal unabhängig geworden, und die beiden Supermächte, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion, zusammen mit deren Verbündetem Kuba, unterstützten die gegnerischen Gruppen, die einen Kalten Krieg führten. Aus Angst vor Vergeltung durch die kommunistischen Gruppen floh die portugiesische Bevölkerung, dazu Hunderttausende Angolaner unterschiedlicher ethnischer und politischer Herkunft, ins benachbarte Namibia und nach Südafrika, was zu einem der größten Exodusse Afrikas und zu einer Flüchtlingskrise führte. Angesichts einer möglichen kommunistischen Machtübernahme im Nachbarland und der Ausbreitung dieser Ideologie auf das eigene Land schickte Südafrika Spezialeinheiten in einem geheimen militärischen Vorstoß mit dem Codenamen „Operation Savannah“ nach Angola. Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten und in gemischten Einheiten mit antikommunistischen Angolanern marschierten die Südafrikaner in Angola ein, um die Kommunisten, insbesondere die sowjetischen und kubanischen Streitkräfte, aus dem Süden des Landes zu vertreiben. Wegen ihrer Hautfarbe war es für die Südafrikaner nicht leicht, ihre Anwesenheit in Angola geheim zu halten. Um unter den verbündeten angolanischen Kämpfern nicht aufzufallen, bemalten sie die unbedeckten Körperstellen schwarz. Betrachtet man Fotos dieser Männer, wird sofort klar, warum dunkle Uhren bestellt wurden.


Gemischte Einheiten während des „Buschkriegs“
Gemischte Einheiten während des „Buschkriegs“

Eine glänzende, reflektierende Uhr in der Savanne konnte nicht nur die eigene Position verraten, sondern auch dazu führen, dass ihr Träger ebenso wie seine Einheit getötet wurde. Bei den Recherchen zu diesem Artikel stieß ich auf Dutzende Fotos von Soldaten, die ihre gewöhnlichen Uhren mit schwarzen, blendfreien Hüllen versahen. Vor diesem Hintergrund erscheint „The Shadow“ als logische Weiterentwicklung.

Südafrikanischer Soldat während der „Operation Savannah“
Südafrikanischer Soldat während der „Operation Savannah“

Ähnliche blendfreie Uhrenhüllen finden sich auch an den Handgelenken portugiesischer Soldaten, die Angola 1975 verließen, nachdem ein linksgerichteter Militärputsch in Lissabon die portugiesische Regierung gestürzt und das neue Regime alle militärischen Aktionen in Angola eingestellt hatte, mit der erklärten Absicht, die Unabhängigkeit unverzüglich zu gewähren.


Abzug portugiesischer Soldaten aus Angola 1975
Abzug portugiesischer Soldaten aus Angola 1975

Anfang der 2000er-Jahre stellte Tom Bolt die Uhr auf Uhrenmessen im Vereinigten Königreich und in Italien aus. Dort sahen die Leute „The Shadow“ zum ersten Mal und bekamen sie nicht mehr aus dem Kopf. In einem Forumsbeitrag von 2011 beschrieb der bekannte Taucheruhren-Historiker Marcello Pisani (RIP) seine erste Begegnung mit der Uhr, wie er sofort erkannte, dass sie echt war, ohne auch nur einen Blick auf die schriftliche Bestätigung von Rolex Genf werfen zu müssen, und wie sehr er es bereute, nicht zugegriffen zu haben:


„die einzige Uhr, bei der ich es je bereuen werde, sie nicht gekauft zu haben ...“


Kurz darauf begannen „Bamford & Sons“ und später auch eine neu gegründete Marke namens „Pro Hunter“, Rolex Submariner mit schwarz PVD-beschichteten Gehäusen nach dem Vorbild von „The Shadow“ zu individualisieren. Kamal Choraria, Gründer von Pro Hunter, erklärte einmal:


„Viele Jahre lang sehnten sich unsere Kunden aus der Jägerschaft nach einer Rolex, die für die Jagdgemeinschaft konzipiert ist. Also haben wir mit ihren Ideen gearbeitet, und das hat mich zurück zu dem Moment geführt, als ich eine schwarz beschichtete Rolex Submariner in den Händen hielt, die Rolex eigens für einige Offiziere der britischen Armee in Afrika entworfen hatte. Andere kannten nur Geschichten oder hatten von dieser legendären Uhr gehört, aber ich habe sie gesehen und in der Hand gehalten, und das Design hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Daraus entstand eine intelligente, exklusive Uhr, die zugleich praktisch und schön anzusehen ist. Die Pro Hunter war geboren.“

Tom Bolt verkaufte die Uhr an einen bedeutenden Sammler im Vereinigten Königreich, wo sie fast 20 Jahre lang blieb. Jetzt ist die Uhr wieder bei Tom Bolt, und auf meiner jüngsten Europareise gab er mir die einmalige Gelegenheit, sie aus erster Hand zu erleben. Eine Uhr dieses Kalibers, die viele für die ultimative MilSub halten, muss mit der Uhrengemeinschaft geteilt werden, bevor sie wieder für Jahrzehnte verschwindet.



„DEN SCHATTEN“ TRAGEN


In London angekommen, sitze ich auf dem Sofa in Toms Büro und blättere in einem Stapel Uhrenbücher, die vor mir auf dem Couchtisch liegen. Tom ist mit seiner persönlichen Assistenz beschäftigt. Er verpackt Uhren, telefoniert. Ein Geschäftsmann bei der Arbeit. Plötzlich ein „Hey, schaut euch das an!“, und was kommt da durch den Raum geflogen? Natürlich „Der Schatten“! Ich reagiere schnell und fange die Uhr im Flug. Als ich sehe, was in meinen Händen gelandet ist, ist es Liebe auf den ersten Blick. Kalt, dunkel, hässlich, bedrohlich ... Gunmetal! Dann fällt mir das Armband auf. Farbe und Material sind perfekt. Für jemanden, der Militäruhren liebt, fühlt es sich sofort richtig an, „The Shadow“ am Handgelenk zu tragen. So muss eine echte Militäruhr sein.



„The Shadow“ am Handgelenk
„The Shadow“ am Handgelenk

Natürlich vergleiche ich sie sofort mit meiner eigenen Submariner Ref. 16800 von 1985, was einen Eindruck davon vermittelt, wie dunkel „The Shadow“ ist.


Vergleich „The Shadow“ vs. Submariner Ref. 16800
Vergleich „The Shadow“ vs. Submariner Ref. 16800

Am nächsten Tag fahren wir zu Toms Landhaus. Im Auto kreisen meine Gedanken um „The Shadow“ und darum, wie ich sie meinem Publikum angemessen präsentieren kann. Ich habe eine Idee! Ich möchte, dass Tom mich filmt, wie ich mit „dem Schatten“ am Handgelenk eine klassische doppelläufige Flinte abfeuere. Ich weiß, dass es illegal wäre, auf seinem Grundstück eine Waffe abzufeuern. Schade, ein Foto muss genügen.


„Der Schatten“ und eine spanische doppelläufige Flinte von „Aguirre y Aranzábal“
„Der Schatten“ und eine spanische doppelläufige Flinte von „Aguirre y Aranzábal“

„Der Schatten“ in freier Wildbahn. Obwohl die Uhr ein hochwertiges Sammlerstück ist, ist sie am Handgelenk unglaublich leicht. Ein gut getragenes Stück, um das man sich nicht allzu viele Sorgen machen muss. Genau das liebe ich an Vintage-Uhren.


„The Shadow“ mitten in der Natur
„The Shadow“ mitten in der Natur

Die Kombination aus dem dunklen, abgenutzten, aber unglaublich gut erhaltenen Gehäuse, dem wunderbar patinierten Zifferblatt und dem fantastischen Armband macht „The Shadow“ zur idealen Abenteueruhr oder, wie manche sagen, zur ultimativen MilSub.



GANZ NAH UND PERSÖNLICH

Das auffälligste Merkmal von „The Shadow“ ist natürlich ihr teflonbeschichtetes Gehäuse. Die Farbe ist nicht Schwarz, sondern Bronze. Interessant ist auch, dass die Lünette niedriger zu sein scheint als üblich.


Profilansichten
Profilansichten

„The Shadow“ hat das sogenannte „Serif Dial“ (Serifen-Zifferblatt), benannt nach den Serifen an den rechteckigen Stundenindizes bei 3, 6 und 9 Uhr. Die Patina, die die Tritium-Leuchtmasse auf dem Zifferblatt und den Zeigern entwickelt hat, ist einfach atemberaubend. Fotos werden diesem Zifferblatt nicht gerecht.


Ref. 5513 „Serif Dial“ (Serifen-Zifferblatt)
Ref. 5513 „Serif Dial“ (Serifen-Zifferblatt)

Ein interessantes Detail sind die Gravuren zwischen den Bandanstößen, die in einer anderen als der damals üblichen Schriftart ausgeführt wurden. Wie der Vergleich unten zeigt, weist „The Shadow“ zwischen den Bandanstößen eindeutig die Schriftart B auf, während andere Submariner-Modelle der Ref. 5512, Ref. 5513 und Ref. 5514 (Comex) mit sehr nahe liegenden Gehäusenummern allesamt die Schriftart C zeigen. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass „The Shadow“ eine Sonderanfertigung war.


Vergleich der Gravuren der Referenznummern
Vergleich der Gravuren der Referenznummern

Außerdem liegt die Gehäusenummer von „The Shadow“ mit 4,093 Millionen genau zwischen zwei bekannten Serien der Ref. 5514, die für Comex gefertigt wurden. Bis heute gibt es keine weiteren Rolex-Uhren aus diesem Nummernbereich.


Ich möchte Tom Bolt dafür danken, dass er mich diese fantastische Uhr ein paar Tage lang tragen ließ. Es war ein unvergleichliches Erlebnis, neben nicht einer, sondern zwei absolut fantastischen Militäruhren auf dem Nachttisch aufzuwachen.



Profilvergleich: ‚The Shadow‘ vs. Rolex-Panerai Ref. 6152
Profilvergleich: ‚The Shadow‘ vs. Rolex-Panerai Ref. 6152

Vielen Dank für euer Interesse. Folgt Tom Bolt bitte auf Instagram: @watchguru_.


Übrigens ist „The Shadow“ ein relativ neuer Spitzname, den Tom Bolt der Uhr gegeben hat. Er hat im Übrigen viele coole Spitznamen erfunden, die heute in der alltäglichen Uhrenterminologie verwendet werden – „The Beast“ für AP, „John Player Special“ Paul Newman, „The Great White“, „The Albino“, um nur einige zu nennen.


*Dies ist eine autorisierte Übersetzung des IPR eines Artikels von Jose Pereztroika vom 7. Mai 2023: zum Original, mit dem Titel: „‘THE SHADOW’ – A UNIQUE FACTORY BLACKED-OUT ROLEX SUBMARINER 5513 ‘MILSUB’“

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